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 Als Eva einen neuen Rock bekam

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BeitragThema: Als Eva einen neuen Rock bekam   Mi Apr 13, 2011 11:04 pm

Als Eva einen neuen Rock bekam

Als Eva wiedereinmal ein Wochenende bei ihrer Großmutter verbrachte, gingen beide auf den Boden um dort herumzustöbern.



Ob es wohl bei Evas Oma auch so ausgesehen hat?

Was es dort alles zu entdecken gab! Eine Blechautobahn, mit der Papa gespielt hatte. Eine Leiter mit einem lustigen Männchen, welches Eva immer wieder die Leiter runterklappern ließ. Und dann fanden beide eine riesige Kiste. Vielleicht eine Schatzkiste? Als Oma diese öffnete, kam eine Menge Stoff zum Vorschein. Sie persönlich fand den pinkfarbenen Cordstoff ganz cool.

Sie wünschte sich so sehr einen Rock davon, dass Oma mit ihr gleich in die Wohnung zurückging, ihre Nähmaschine hervorholte und sich an die Arbeit stürzte.

Zuerst einmal wurden ganz viele Modehefte aus dem Regal geholt. Eva suchte sich einen tollen Schnitt aus. Dann nahm die Oma Maß, damit der Rock auch gut passt. Erst wurde die Taille gemmessen, dann die Hüfte und ganz zum Schluss die Länge. Oma fing nun an den Stoff auf dem Tisch auszubreiten und übertrug den Schnitt mit Schneiderkreide auf den Stoff. Dann schnitt sie alles zu und fing an alles zusammenzuheften.
Währenddessen spielte Eva mit ihrem Nadelkissen. Mit den Nadeln, welche wunderschöne bunte Glasköpfe hatten, bastelte sie eine wunderschöne Diestel.
Schon bald rief Oma zur ersten Anprobe. Okay, alles passt. jetzt konnte alles zusammengenäht werden. Oma setzte sich an die Maschine und fing an zu nähen. Wie gebannt schaute ihr Eva zu.
"Darf ich dann auch mal nähen?", fragte Eva.
"Wenn ich fertig bin gern!", sagte die Oma.
Schon bald war es soweit. Eva saß zum ersten mal an einer Nähmaschine und nähte ein schönes Muster auf ein Stückchen schwarzen Stoffes. Dieses wird sie morgen ihrer Mama schenken.

Am Abend als Eva zu Bett ging und die Augen kaum geschlossen hatte, da erschien ihr das Träumerle. Es führte das Mädchen in eine Werkstatt wo Kleidungsstücke und die dazugehörigen Schnitte entworfen wurden. "Warum sind die Frauen hier nur so merkwürdig gekleidet?", dachte sich das Mädchen. "Eva," erklärte das Träumerle, als hätte es Evas Gedanken gelesen "wir sind hier im Jahr 1840, darum kleiden sich die Menschen so merkwürdig!"

Eben betrat ein Herr die Werkstatt und holte sich einige dieser Schnitte ab. "Das ist ein Zwischenmeister," bemerkte das Träumerle ganz nebenbei,"dem müssen wir folgen!" In seiner Schneiderwerkstatt angekommen, staunte Eva nicht schlecht. Um einen Tisch herum standen einige Männer, die die Teile zuschnitten. An einem anderen saßen 10 Frauen, die Stich für stich mit der Hand nähten. Diese Näherinnen nähten bis zu 18 Stunden am Tag und das bei Petroleumlicht.



Es kamen aber auch noch andere Frauen, die sich die Arbeit nach Hause holten

Einer der Frauen folgten die Beiden, bis in einen Hinterhof. Sie kamen an einen dunklen, schmalen Treppenaufgang und stiegen der Frau hinterher. Auch ihre Wohnung war klein, eng, und dunkel. Im einzigen beheizbaren Raum, der Küche, spielte sich das ganze Familienleben ab. Sie versorgte neben der Näherei noch sieben Kinder und den Haushalt.



"Hallo, kleine Eva!" sagte die Frau und gab ihr Essen und Trinken und nähte danach emsig weiter. Sie sagte nur, "Ich muss weiternähen, denn ich verdine nicht sehr viel.
10,50 Reichsmark pro Woche." "Reichsmark?" dachte Eva. Träumerle erklärte ihr, dass die Reichsamrk wie der heutige Euro eine Währung zu dieser Zeit war.
Die Frau zählte auf was sie in der Woche brauchte und ausgab.

Nadeln und Garn = 0,35 RM
100 Kohlen = 0,80 RM
kleine Steinkohle = 0,10 RM
3l Petroleum  = 0,55 RM
Schwarzbrot  = 0,60 RM
Weißbrot  =  0,70 RM
500g Fett  = 0,60 RM
10 Kartoffeln  = 0,30 RM
Gemüse   = 0,70 RM
Knochen   = 0,15 RM
250g Fleisch  = 0,30 RM
Wäsche  = 0,15 RM
Kaffe   = 0,60 RM
Milch   = 0,30 RM
Salz
Streichhölzer
Schuhcreme   = 0,10 RM
insgesamt = 7,30 RM

"Gott sei Dank hat mein Mann noch Arbeit, so dass es gerade noch für die Miete reicht." sagte die Frau. Eva war über die Lebensverhältnisse der Näherin  sehr betroffen.
"Später" so erklärte das Träumerle, "wurden dann die Maschinen erfunden, da die Menschen immer mehr Kleidung brauchten und mit der Hand nich so viel zu schaffen war. Erst gab es Nähmaschinen mit Handrädchen, welche gar nicht so einfach zu bedienen waren. Dann kamen welche zum Treten. Später dann folgten die mit Motor, so eine wie Deine Oma besitzt."

Als Eva ihre Augen aufschlug, dachte sie, "Wie gut es doch die Oma hat!" Zog ihren Rock an und wartete mit der Oma gemeinsam auf ihre Eltern, die si schon bald abholen wollen. Mama freute sich sehr über Evas Schönes genähtes Muster. Zum Abschied rief Eva ihrer Oma noch zu, "Nächstes mal lernen wir mit der Hand nähen." Alle schauten sich an und wunderten sich. es wusste ja keiner von Evas Traum.
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